"HEUTE ZEIGST DUS DEN HORGENERN, DIESEN DÖRFLERN"
Donnerstag, 27. Mai, 19.30 // Sonntag, 30. Mai, 18.00 // Donnerstag, 3. Juni, 19.30 // Mittwoch, 9. Juni, 19.30 // Reservation: 044 728 91 91 / 42.- / 35.- / inkl. "Baustellenimbiss" (Jugendliche - 16J.)
GRAND HÔTEL PATINA - ZWEI DUTZEND BÜHNENLEUTE UND MUSIKER. DAS PUBLIKUM UNTERWEGS AUF DREI ÉTAGEN ZU DEN GESCHICHTEN AUS ZWEI JAHRHUNDERTEN.
Das Hotel wird renoviert. Der alte Putz muss weg, die Teppiche werden eingerollt, das Geschirr versorgt und das Personal kann einpacken. Da tauchen im Tohuwabohu der Baustelle Geschichten auf.
Der "Meierhof" hat nicht nur eine bemerkenswerte Historie, er steht auch exemplarisch für die bisweilen befremdlichen Geschmäcker und Visionen der Ort- und Fremdenverkehrsplaner in den letzten zwei Jahrhunderten. Mitte des 19. Jahrhunderts im Stil der "Belle Epoque" eröffnet, war er viele Jahrzehnte eines der grössten Häuser der Region. Er war gesellschaftlicher und kultureller Treffpunkt, hier wurde der Durchbruch des Horgenberg-Tunnels gefeiert, hier stiegen Touristen auf ihrer Reise in den Alpneraum ab, hier schrieben sich wichtige Menschen ins Gästebuch. Hier hatte man einen Bahnhof eingerichtet, weil der eben gebaute im 19. Jahrhundert über Nacht einfach im Zürich-See abgesoffen ist .
Im ehemaligen Personalzimmer verkündet der "Kammerjäger der Zeit" (Tom Keymer): "Was wie ein dunkler Schatten über der Geschichte des Hauses lag - es isch bodiget". Er wird gleich seinen Trichter nehmen und in eine Zimmerpflanze verbannen, was "in diesem Haus Unfrieden, Neid und Missgunst säte."
Dann sollte Horgen in den Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts Kongresstadt werden. Lange war der "Meierhof" neben dem "Dolder" das grösste Hotel in der Region Zürich. Man wollte teilhaben am Geschäft mit den internationalen Kunden. Grösser sollte es werden, "Zürich bei Horgen" spasste man nicht ohne Hintergedanken. Der alte Meierhof wurde abgerissen und ein neuer sollte im architektonischen Geiste der Zeit gebaut werden. Mit zwei so hohen Türmen, dass der Regierungsrat angesichts der Tatsache, dass diese noch höher waren als die örtlichen Kirchtürme, sein Veto einreichte. Abgerissen und neu gebaut wurde dennoch. Mit viel Beton und in eigenartigen Proportionen. Weil auch andere bauten - näher beim Flughafen, näher bei der Stadt und schliesslich auch schöner - verlor der "Meierhof" seine Bedeutung und bekam neben den Dorfbewohnern in der legendären Bar im 5. Stock noch Pauschalreisende in Carbussen ab.
Natascha (Sachas Gantenbein) arbeitet in der Suite (Zimmer 202) für einen Escort-Service: "Der Kunde gibt mir am Telefon die Zimmernummer und den Zeitpunkt an und ich bin pünktlich dort. Wenn ich vor der Tür stehe, passiert vieles gleichzeitig. Die Spannung...die Nervosität im positiven Sinn... Deswegen mache ich diesen Job ja" (Probefotos, 20. März 2010)
In den rund 160 Jahren Meierhof blieb manche Geschichte, Anekdote und merk-würdige Begebenheit in den Köpfen von Mitarbeitern, Bewohnern und Gästen hängen, sowie in den Chroniken aufgeschrieben. "Wenn dieses Haus sprechen könnte, es wüsste viel zu erzählen." Bei der neuesten Theater Jetzt Produktion nehmen wir solches ernst und unternehmen einen letzten Gang durchs Haus. Nicht ausgeschlossen und vorgesehen: Ein Zusammentreffen mit Menschen von heute und früher.
In Zimmer 139 redet sich Baulöwe Hans-Rudolf (Stefan Camenzind) vor dem Spiegel ins Feuer: "Heute ist Dein Tag. Heute zeigst Du's ihnen...den Horgenern...diesen Dörflern". Die junge Frau daneben (Tochter? Geliebte?- Martina Flück) ist streng mit ihm: Hans-Rudolf - wie soll es heissen, wenn man künftig von Horgen redet? Zürich bei Horgen...Zürich bei Horgen .... wiederhol es... Zürich bei Horgen!"

In Zimmer 303 hockt der Meier (Christina Benz). Es ist Anfangs des 14. Jahrhunderts und der Meier stellt klar: "Wer machte diese elende Gegend urbar? Wer liess die Wälder roden? Die Sümpfe austrocknen? Wer schaute für Lehnherren und Siedler? Zinsbezüge? Wer machte es? Die Äbtissin vom Fraumünster? Nein! Die Herren Meier! Und nicht auf irgend so einem Bauernhof...hier..auf dem Meierhof."
Grand Hôtel Patina im Tages-Anzeiger:
GRAND HÔTEL PATINA - EINE THEATER JETZT - PRODUKTION IN HOTELZIMMERN, GÄNGEN UND DER WASCHKÜCHE. MIT DEN BUBBLEBEATZ, DEM DRAMATISCHEN VEREIN HORGEN UND BESONDEREN GÄSTEN. AB 27. MAI 2010.
Idee/Gesamtleitung: |
Oliver Kühn |
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Schauspiel Hotelzimmer: |
Christina Benz, Stefan Camenzind, Martina Flück, Sachas Gantenbein, Gina Gemperle, Tom Keymer |
Christina Benz, Sachas Gantenbein
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Schauspiel Korridore: |
Olga Babenko, Simone Bernet, Sebastian Bleifuss, Anita Brunold,
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Anita Brunold, Patricia Werlen, Phillip Lässler, Andrea Sifrig
Tamara Napoli, Denise Seidel, Florence Leonetti
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Musik: |
BUBBLEBEATZ, Jurij Drole, Cristian Gschwend,
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![]() Jurij Drole
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Installationen: |
Karin Würmli, Jan Guldimann |
Maja Dohner-Elmer
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Produktionsleitung: |
Nicoletta Müller, Tamara Zivkovic |
Zum Schluss ein Paar Takte Musik mit den Bubblebeatzs
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Produktion: |
Theater Jetzt / Hotel Meierhof |
Joana Thalmann
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Grafik: |
Theater Jetztwww.uswusw.ch |









